Zu Wort gekommen ist ein Buch über Freundschaft, Mut und Glück.

Ein Buch über das Reden und die Kraft, die damit verbunden ist.

 


Über das Buch

 

Das Buch ist nicht in Alltagssprache Einfacher Sprache geschrieben.

Die Sätze sind manchmal lang.

Es gibt schwierige Wörter und Gedanken.

 

Es ist in Ich - Perspektive geschrieben.

Immer aus der Sicht der Hauptdarstellerin.

 

Das Buch kostet: 12,95 €.

Sie können es im Buchladen, oder hier kaufen.

Das E-Book kostet: 3,49 €.

Sie können es hier kaufen.

Es gibt noch kein Hörbuch.


Leseprobe

 

Es hilft nicht zu sagen, dass mein Küchentisch ein besonderer ist.

Einer, den man nirgends kaufen kann. Selbst gebaut. Das Meisterstück meines Enkels.

Was er wohl sagen würde, der Tom, wenn er davon wüsste?

 

Dass seine Großmutter tatsächlich noch einmal so intim einem Mann begegnet!

An so etwas hat er bestimmt nicht gedacht, als er mir den Tisch vorbeigebracht hat.

Aus Sommerlinde, hat Tom gesagt, die lässt sich hervorragend bearbeiten.

Vierzehn Schubfächer habe er unterbekommen, einschließlich der für das Besteck. Letztendlich habe ich zwei Jahre gebraucht, um alle zu finden.

 

Das Ereignis dieser Nacht hat wohl seinen Teil dazu beigetragen. Ja das hat es.

Heute, einen Tag nach dem Ereignis, ist es mir peinlich. Nicht das Ereignis selbst, sondern dass ich den Küchentisch, den, den mein Enkel Tom geplant und gebaut hat, dass ich diesen Küchentisch quasi zweckentfremdet habe.

 

Und was um Himmels Willen soll ich der Annegrit erzählen?

Sie wird sich vor Lachen nicht mehr halten können. So drückt sie es doch seit Neuestem aus, wenn ihr wieder ein paar Tropfen in die Hose gegangen sind. Fragen wird sie bestimmt und ich kann mir sicher sein, dass sie nicht mehr mit mir reden wird, wenn ich ihr das Detail mit dem Küchentisch verschweige. Das Detail, das ihr die Tränen in die Augen und die Tropfen in die Hose treiben wird.

 

Ich bin davon ausgegangen, dass ich mich niemals, weder mit Gutzureden noch mit Leidenschaft, auf einem Küchentisch zu Ereignissen irgendwelcher Art hinreißen lassen würde.

 

Die Annegrit hat darüber gelächelt. Sie ist der Meinung, dass man in seinem Leben mindestens einmal auf dem Küchentisch gevögelt haben muss, wie sie es ausdrückt. Mindestens einmal bevor du stirbst, sagt sie immer, wenn die Sprache auf das Thema kommt.

 

Bei meiner Angst vor dem Tod, die ich gelegentlich habe, hätte ich sie lassen sollen, die Sache mit dem Küchentisch. Dann hätte ich den Tod vielleicht hinauszögern können. Vorausgesetzt, die Annegrit hätte recht mit der Annahme, dass ein Liebesakt auf dem Küchentisch die Bedingung für ein erfülltes Leben ist. Eines, das dann so erfüllt ist, dass es eben auch beendet werden kann.

 

Mein Leben könnte jeden Tag zu Ende sein. Da ist es egal, wann und wo und ob ich mich der körperlichen Liebe hingegeben habe. Entscheidend ist allein das Alter. Ich bin achtundsiebzigeinhalb. Mit fast achtzig ist man alt. Es bedarf keiner besonderen Vorkommnisse. Man muss sich nicht einmal gestoßen haben. Selbst im Bett kann es einen erwischen. Man wird geholt. Gleichgültig, ob es noch etwas gibt, was man unbedingt erlebt haben will.

 

Ich bin davon ausgegangen, dass ich mich niemals, weder mit gut zureden noch mit Leidenschaft, auf einem Küchentisch zu Ereignissen irgendwelcher Art hinreißen lassen würde.

 

Die Annegrit hat darüber gelächelt. Sie ist der Meinung, dass man in seinem Leben mindestens einmal auf dem Küchentisch gevögelt haben muss, wie sie es ausdrückt. Mindestens einmal bevor du stirbst, sagt sie immer, wenn die Sprache auf das Thema kommt.

 

Bei meiner Angst vor dem Tod, die ich gelegentlich habe, hätte ich sie lassen sollen, die Sache mit dem Küchentisch. Dann hätte ich den Tod vielleicht hinauszögern können. Vorausgesetzt, die Annegrit hätte Recht mit der Annahme, dass ein Liebesakt auf dem Küchentisch die Bedingung für ein erfülltes Leben ist. Eines, das dann so erfüllt ist, dass es eben auch beendet werden kann.